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Dem Mond haftet schon immer etwas Geheimnisvolles an. Sein Lauf um die Erde
beträgt etwa 28 Tage und entspricht damit dem weiblichen Zyklus.
Das Anschwellen der Mondsichel bis hin zum prallen Vollmond ähnelt der
Schwangerschaft einer Frau. Das Abnehmen wiederum kann man als Zeichen einer
Aufopferung sehen, so wie ja auch eine richtige Mutter sich nach der Geburt
für ihr Kind „aufopfert“, ihm Wärme, Geborgenheit und Sicherheit
schenkt. „Der“ Mond ist daher ganz irreführend. Es muss heißen „die“ Mondin
oder die Mondmutter. Genauso wäre es richtiger, statt „die“ Sonne, „der“
Sonnenvater zu sagen.
Der Mond „kann“ aber auch anders, z.B. bewegt er die Meere. Also verfügt
er über enorme Kräfte. Auch ist er voller Rätsel.
So zeigt er sich nach dem Vollmond noch eine Zeitlang am Tageshimmel wie
ein Phantom, das immer blasser und durchsichtiger wird, bis es sich wie
ein Schleier in Nichts auflöst.
Seine Gewalt genau wie seine Rätsel, natürlich auch seine
Verbindung mit der dunklen Nacht und den damit sämtlichen
Ängsten,
die diese Phase in einem weckt, führen dazu, dass man die „Mondin“
schon immer versucht, „klein“ zu halten. Und das Gleiche geschieht
bekanntermaßen mit dem Weiblichen. Seit Menschengedenken wird es
diffamiert – es sei denn, es steht im Zusammenhang mit Geburt
und Mütterlichkeit.
Die Sonne steht für Ratio, Logik, Machen, Lenken und ähnliche
Züge. Der Mond wiederum für Gefühl, Empfangen, Nähren,
Umsorgen. Dem klassischen
Klischee nach lassen sich sämtliche Sonnenattribute auf den Mann
übertragen, diejenigen des Mondes entsprechend auf die Frau.
Wenn sich auch in unserer Zeit diese geschlechtsspezifischen Zuweisungen
nach und nach auflösen, wird die unterschiedliche Gewichtung von Ratio
(Sonne) und Gefühl (Mond) eher noch zementiert. In unserer Welt
zählen vor allem – und immer mehr – Sonnenqualitäten.
Mondqualitäten wie das Nähren,
Sich-Kümmern, Fürsorglich-Sein gelten zum Beispiel in der
Wirtschaft und Politik als Schwäche. Selbst in der Schule weicht
eine Erziehung nach dem Mond
(kindgerechter Unterricht, spielerischer Umgang mit dem Lernstoff,
Innerlichkeit, Fürsorglichkeit) dem Leistungsprinzip der Sonne. Nur
Schwangerschaft und
Geburt bleiben noch die “Domänen” der Mondwelt, auch wenn sie erstens
in unserer westlichen Welt immer seltener werden (was wiederum ein Zeichen
für die
geringe Wertschätzung des Mondes darstellt) und es zweitens immer
häufiger geschieht, dass Zeugung und Geburt “künstlich”, mit
Hilfe wissenschaftlicher
(Sonnen-)Methoden in Gang gebracht werden. Wir leben einen Sonnenkult.
Unser “Gott” ist wie bei den Ägyptern die Sonne.
Auf den Mond setzen heißt mitfühlen, sorgen, nähren und
heilen. Mondmenschen denken nicht nur an sich, an ihren Vorteil, den
Gewinn ihres Betriebes,
sondern sie haben das Wohlergehen aller – ihrer Kinder, ihres Partners,
ihres Betriebs – vor Augen. Der Mond ist nicht egoistisch, sondern altruistisch.
Die Position des Mondes im Geburtshoroskop spiegelt das Mond-Karma. Sie
zeigt den Weg, wie wir uns selbst und andere umsorgen, nähren und
Geborgenheit schenken.
Wer seinen Mond nicht lebt, verkümmert wie ein Kind, das ohne Muter
aufwächst. Ja man kann sagen, es verhungert emotional.
Das Mond-Karma fügt sich nahtlos in das Erbe, das man von seiner
Mutter übernimmt. Insofern ist die liebevolle Hinwendung zur Mutter
und das Erkennen und
Annehmen ihrer Vergangenheit ein entscheidender Schritt zum Verstehen und
Lösen des eigenen Mond-Karmas.
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