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Meine astrologische Analyse für den September und die Zeit der Jungfrau

vom 03.09.2007
Auf der Ebene des 6. Zeichens, der Jungfrau, erfährt der Mensch Reifung und Ernte. Reifung bedeutet den endgültigen Schritt aus dem sicheren Verbund der Familie. Das Band zwischen Eltern und Kind, das im Krebs fest und innig ist und sich im Löwen zu einem behütenden Laissez-faire entwickelt, wird in der Jungfrau zerschnitten. Der Mensch ist allein und auf sich selbst gestellt, er wird erwachsen. Die Astrologie greift zum Sinnbild der Jungfrau und will damit sagen, dass es sich wirklich um eine radikale und unwiederbringliche Trennung handelt: Wer sich ablöst, wird tatsächlich von dem Gefühl getragen, dass er keine Eltern (mehr) hat. Umgekehrt müssen auch die Eltern sich lösen und akzeptieren, dass sie keine Kinder im gewohnten Sinn mehr haben. Das ist gewiss kein einfacher Prozess. In der Symbolsprache der Astrologie sind Eltern und Kind "jungfräulich" geworden. Sie sind allein und haben niemanden mehr, der ihnen jetzt oder später Sicherheit geben kann.

Ablösung ist eines der schwierigsten Probleme in der Entwicklung des Menschen. Mindestens die Hälfte aller Hilferufe an einen Therapeuten oder Berater hängen damit direkt oder indirekt zusammen. Eltern fragen, was sie falsch machen, weil ihre Kinder nicht mehr auf sie hören. Jugendliche wiederum versuchen mit allen Mitteln eine Ablösung von ihren Eltern zu erzwingen und geraten auf diese Weise oft schnell unter die Fittiche von Sozialarbeitern und Jugendbetreuern. Die Drogensucht, ein besonders heißes Problem unserer Zeit, ist nicht selten eine unbewusste Provokation Jugendlicher ihren Eltern gegenüber, damit sie von zu Hause loskommen. Es gehört zu den schmerzvollsten Schritten einer Drogentherapie, die Eltern von Abhängigen davon zu überzeugen, dass sie ihre Kinder ein für alle Mal "aus dem Nest werfen" müssen.

Von einem bestimmten Alter an liegt die Verantwortung für die Kinder nicht mehr bei den Eltern, sondern bei den Heranwachsenden selbst. Aber nur wenn sich die Eltern zurückziehen, können die Kinder selbstverantwortlich und erwachsen werden. Der Traum, die Zeit des Löwen oder des Krebses nach Belieben zu verlängern, ist irgendwann ausgeträumt.

Aber es geht in der Zeit der Jungfrau nicht nur darum, dass sich Kinder von ihren Eltern und Eltern von ihren Kindern ablösen. Das Thema „Ablösung“ steht ganz generell über diesem Abschnitt. Ablösung und Reifung. Denn beides gehört zusammen. Wenn man sich nicht ablöst, bleibt man ein Kind und dann überträgt man die Verantwortung auf andere, seine Eltern, seine Lehrer, den Staat, das Schicksal oder wen oder was auch immer.

"Gut!" werden Sie jetzt vielleicht sagen, "klar bin ich für mein Essen verantwortlich, auch dafür, was ich in meiner Freizeit tue...! Aber was ich arbeiten muss, dass ich Steuern bezahlen muss, dass die Welt auf eine Klimakatastrophe zusteuert, das alles ist außerhalb meiner Verantwortung!" Das ist sicher einerseits richtig. Auf der andern Seite ist es aber auch richtig, die Sache einmal so zu betrachten, dass man selbstverantwortlich ist. Ja, auch für so große Dinge wie die zu erwartende Klimakatastrophe. Selbstverantwortlich sein heißt, sich selbst in die Mitte zu nehmen und das Geschehen um sich herum von sich selbst abhängig zu machen. In dieser Vorstellung liegt eine kolossale Kraft. Man wächst, man wird tatsächlich zu einem inneren Zentrum.

Wenn man sich ablöst, erwachsen wird, übernimmt man Verantwortung. Das ist jetzt in der Phase der Jungfrau der entscheidende Schritt, den wir alle wieder vollziehen müssen: ein Stück erwachsener zu werden.

Von klein auf lernt der Mensch, Verantwortung abzugeben. An seine Eltern, an Lehrer, Professoren, an den Staat, die Polizei, an Politiker und letztendlich auch an das Schicksal. Auf der Ebene der Jungfrau muss der Mensch begreifen, dass er sein Leben selbst gestaltet, ja, dass er sogar für sein Schicksal verantwortlich ist.

Was noch wichtig ist in diesem Monat:
Ungefähr um die Mitte des Monats September beginnt eine Konstellation zwischen Pluto und Mars immer stärker zu werden. Pluto ist Ende Schütze, Mars geht in die zweite Hälfte des Zwillings. Es besteht also eine Opposition, die dann gegen Ende des Monats exakt wird. Pluto und Mars in Opposition ist immer eine sehr kritische Konstellation. Da ist damit zu rechnen, dass sich das Unterste zuoberst kehrt. Das gilt sowohl für jeden einzelnen als auch für die Gesellschaft als Ganzes. Man muss mit innerer Unruhe rechnen. Man muss damit fertig werden, dass man seinem eigenen Schattenseiten begegnet, sich damit auseinandersetzen muss. Im Weltgeschehen ist mit großen Auseinandersetzungen zu rechnen. Ich glaube, dass wir Ende September ein Szenario erleben, das ähnlich dem vom 11. September 2000 ist, auch wenn das nicht bedeutet, dass gleich Wolkenkratzer zusammenbrechen. Aber es wird kriegerische Auseinandersetzungen geben, die heutzutage immer in Form von Terroranschlägen geschehen. Wie man sich selbst schützen kann? Indem man zulässt, was in einem selbst geschieht. Indem man den Schatten annimmt und sich mit ihm auseinandersetzt.

Ich wünsche Ihnen allen einen September, in dem Sie weiter wachsen, mehr Verantwortung übernehmen und sich selbst annehmen, als Zentrum Ihres Lebens.

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